
Manche Tage beginnen mit einem Plan, einer i:SY Mission. Andere beginnen mit der festen Absicht, absolut gar nichts Produktives zu tun.
Marlene strich den Saum ihres weit schwingenden, braun gemusterten Maxikleids glatt, lachte herzlich auf und trat schwungvoll in die Pedale ihres violetten i:SY E5 ZR F E-Bikes. Im vorderen Korb tanzte die sorgfältig verstaute Proviantbox im Takt des Schotterwegs, während am Heckträger eine zusammengerollte, lindgrüne Strandmatte wie ein kleines Segel in den Fahrtwind ragte.
Direkt neben ihr kurbelte Carla. Carla trug ihre geliebte Schiebermütze, eine gemusterte Tunika und weite Hosen, die fast exakt denselben frischen Farbton hatten wie ihr leuchtend froschgrünes i:SY E5 ZR F CX. An ihrem Gepäckträger hing eine prall gefüllte, wasserdichte Reisetasche.
„Ich sage dir, Marlene“, rief Carla über das Rauschen der Baumkronen hinweg, „heute gilt strikter Flugmodus. Keine Ratschläge, keine Vorträge, keine Arbeit. Nur wir, der Wald, der See und der süße Müßiggang.“
„Einverstanden“, jubelte Marlene zurück, hob kurz übermütig beide Füße von den Pedalen und ließ sich vom Bosch-Motor schwungvoll über die sanfte Waldsteigung tragen. „Keine Missionen heute!“
Sie ahnten nicht, dass genau dieser Tag als ihre erfolgreichste i:SY Mission in die Geschichte eingehen sollte.
Die erste Bewährungsprobe des Schicksals wartete am sonnigen Waldcafé Eichengrund. Auf dem Parkplatz herrschte typischer Wochenend-Trubel. Zwei Damen mittleren Alters – nennen wir sie Birgit und Sabine – versuchten verzweifelt, ihre beiden riesigen, schweren 28-Zoll-Tourenräder in die viel zu engen Metall-Fahrradständer zu wuchten.
„Pass auf deinen Lenker auf!“, rief Birgit entnervt, während ihr Rad gefährlich zur Seite kippte und den Rückspiegel von Sabines Rad streifte. „Der Korb verhakt sich im Schutzblech!“
Mit einem lauten Scheppern verhedderten sich beide Kolosse. Eine Packtasche löste sich und landete unsanft im staubigen Kies.
In genau diesem Moment rollten Marlene und Carla heran. Sie bremsten mit zwei Fingern millimetergenau ab. Während Birgit und Sabine noch keuchend versuchten, das Metallknäuel zu entwirren, passierte folgendes:
Marlene stieg elegant im Kleid über den tiefen Durchstieg ihres violetten i:SY ab. Mit einer einzigen, lässigen Handbewegung klappte sie den stabilen Zweibeinständer herunter – das Rad stand sofort wie ein Fels in der Brandung. Carla tat es ihr gleich, öffnete mit einem Handgriff den Speedlifter-Schnellverschluss, drehte den Lenker um 90 Grad quer und klappte beide Pedale mit einem Klick ein. Plötzlich war das Rad so schmal, dass sie es selbst in die kleinste Nische zwischen zwei Holzbänken schieben konnte.
Birgit hielt inne, eine Hand noch an ihrem wankenden 28-Zoll-Lenker, und starrte die beiden an.
„Wie… wie haben Sie das gerade gemacht?“, stotterte sie mit großen Augen.
„Was genau?“, fragte Carla unschuldig und zupfte ihre Mütze zurecht. „Den Lenker drehen? Hebel auf, drehen, Hebel zu. Dauert vier Sekunden. Dann passt das Rad sogar in den kleinsten Hausflur.“
Sabine blickte fasziniert von Marlenes Kleid auf den sauberen Zahnriemenantrieb. „Und Sie fahren im langen Kleid? Ohne Kettenschutz-Manschette? Wird das nicht schwarz vom Kettenfett?“
„Hier gibt es kein Fett“, lächelte Marlene und klopfte sanft auf den sauberen Riemen. „Das ist ein Gates-Riemen. Hält ewig, braucht kein Öl und versaut keine Seidenkleider. Und der tiefe Einstieg sorgt dafür, dass ich aufsteigen kann, ohne wie eine Turnerin am Barren auszusehen.“
Birgit ließ ihr schweres Rad langsam los, trat zwei Schritte näher und musterte das apfelgrüne Kompaktrad von oben bis unten. „Und diese kleinen 20-Zoll-Räder… fährt sich das nicht furchtbar nervös und kippelig?“
Carla grinste breit. „Fahren Sie mal eine Runde über den Parkplatz. Aber Vorsicht: Es besteht akute Suchtgefahr.“
Fünf Minuten später kurvte Birgit mit einem ungläubigen Grinsen im Gesicht über das Café-Gelände, während Sabine bereits eifrig mit dem Smartphone den Rahmen abfotografierte.
„Unglaublich! Das fährt sich ja stabiler als mein großes Rad – und zieht an wie eine Rakete!“, rief Birgit begeistert.
Als Carla und Marlene nach einem schnellen Eiskaffee wieder aufbrachen, standen Birgit und Sabine noch immer am Zaun und diskutierten lebhaft, welche Rahmenfarbe wohl besser zu ihren Jacken passen würde.
„Siehst du?“, schmunzelte Marlene, als sie wieder in den dichten Forst einbogen. „Du kannst es einfach nicht lassen. Die erste Bekehrung des Tages.“
„Ich habe überhaupt nichts getan!“, protestierte Carla lachend. „Das Rad hat für sich selbst gesprochen!“
Der Weg führte tiefer in das Naturschutzgebiet. Schattige Buchenwälder wechselten sich ab mit moosbedeckten Pfaden. Die Vögel zwitscherten, und die beiden genossen die friedliche Waldluft – bis sie an die berüchtigte Forstschranke am Mühlenbach gelangten.
Hier hatte sich eine kleine Gruppe von Radlerinnen gestaut. Ein neuer, massiver Zick-Zack-Umlaufgitter-Riegel versperrte den Weg, um Autos und breite Quads fernzuhalten. Für normale Fahrräder war die Passage eine echte Tortur: Die Abstände zwischen den Gittern waren so eng, dass man das Vorderrad anheben, das Heck mühsam herumwuchten und aufpassen musste, keine Packtaschen abzureißen.
Eine sportliche Dame in voller Rad-Montur mühte sich gerade fluchend ab, ihr langes E-Mountainbike hochkant durch die Engstelle zu bugsieren, während ihre Begleiterin ratlos danebenstand.
„Das schaffen wir nie ohne Schrammen“, stöhnte sie.
Marlene und Carla rollten heran. „Dürfen wir kurz einen Trick zeigen?“, fragte Marlene freundlich.
Die beiden Damen traten schnaufend zur Seite. Carla stieg ab, klappte die Pedale ein, drehte den Lenker parallel zum Rahmen und schob ihr kompaktes grünes Wunderwerk mit einer Hand beiläufig durch das enge Zick-Zack-Gitter – aufrecht, auf beiden Rädern rollend, völlig ohne Kraftaufwand. Marlene folgte ihr keine drei Sekunden später mit der gleichen Leichtigkeit.
Die Mountainbikerin ließ fast ihren Helm fallen. „Wollen Sie mich veräppeln? Das ging ja wie Butter!“
„Kompakte Geometrie gepaart mit durchdachtem Lenkersystem“, erklärte Carla mit ernster Miene, während ihre Augen vor Schalk funkelten. „Man muss das Leben nicht schwerer machen, als es ist.“
„Und wie transportiert ihr die Dinger im Auto?“, fragte die Begleiterin neugierig, während sie fasziniert den stabilen Rahmen musterte. „Wir mussten uns extra einen riesigen Anhängerkupplungsträger für unsere schweren E-Bikes kaufen, den ich kaum alleine montieren kann.“
„Die zwei passen zusammen locker in den Kofferraum oder quer auf die Rückbank, wenn man die Sitze umlegt“, antwortete Marlene. „Oder sie wiegen auf dem Träger nur einen Bruchteil, weil sie so kompakt sind. Kein sperriges Überstehen, keine Windgeräusche.“
Die Mountainbikerin zog ihr Smartphone aus der Trikottasche. „Wie heißt die Marke genau? i-S-Y? Meine Mutter sucht schon ewig nach einem Rad, das sie im Wohnmobil mitnehmen kann, ohne dass mein Vater jedes Mal einen Bandscheibenvorfall bekommt!“
„Genau so schreibt man es“, lachte Carla. „i:SY – wie easy. Weil alles daran einfach leicht ist.“
Als sie weiterrollten, sah Marlene Carla von der Seite an. „Das war Bekehrung Nummer zwei. Du führst heute eine echte i:SY Mission an, gib es zu!“

Am frühen Nachmittag erreichten sie schließlich das Ufer des großen Sees. Der Schotterweg mündete in einen weiten Kiesstrand, der von uralten Weiden gesäumt war. Das Wasser lag spiegelglatt in der warmen Nachmittagssonne.
Die beiden stellten ihre Räder am massiven Holzgeländer ab. Carla kletterte kurzerhand auf den Holzbalken, ließ die Beine lässig baumeln und blickte verträumt über den See. Marlene lehnte sich mit den Unterarmen auf das Geländer und lauschte dem sanften Schwappen der Wellen.
Wenige Meter entfernt saß eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern auf einer Picknickdecke. Ihr Lastenrad – ein riesiges, dreirädriges Ungetüm – stand schief im tiefen Kies, ein Rad halb im Sand eingesunken. Die Frau sah sichtlich erschöpft aus.
Als eines der Kinder quengelte, weil der Ball ins Schilf gerollt war, bot Marlene sofort ihre Hilfe an, fischte den Ball geschickt mit der Strandmatte heraus und kam mit der Mutter ins Gespräch.
„Ein schöner Tag, aber der Weg hierher durch den tiefen Kies war die Hölle“, seufzte die junge Frau, die sich als Elena vorstellte. „Das Lastenrad wiegt gefühlt eine halbe Tonne. Sobald der Schotter tiefer wird, gräbt es sich ein.“
Elena blickte hinüber zu den beiden i:SYs, die mühelos über denselben Kies gerollt waren.
„Und wie schafft ihr das mit diesen kleinen Rädern?“, fragte Elena erstaunt.
„Das Geheimnis sind die breiten Ballonreifen und die perfekte Gewichtsverteilung“, erklärte Carla vom Geländer herab. „Durch das kompakte 20-Zoll-Design liegt der Schwerpunkt extrem tief. Du hast vollen Grip, ohne dass das Rad wegschmiert. Und wenn man Gepäck braucht: Vorne ein Korb, hinten Taschen, und wenn nötig, hängst du einfach einen Hunde- oder Kinderanhänger dran. Das zieht der Motor weg, ohne mit der Wimper zu zucken.“
Elena stand auf, trat an Marlenes violettes Rad und hob vorsichtig am Heckgriff an. „Das ist ja federleicht im Vergleich zu meinem Panzer! Und ich dachte immer, Kompakträder wären nur was für ältere Herrschaften auf Campingplätzen.“
Marlene warf ihr lachendes Gesicht in den Nacken. „Schauen wir etwa aus wie Klapprad-Rentnerinnen? Das ist pure urbane Freiheit im Designer-Gewand!“
Elena lachte herzlich mit. „Ganz im Gegenteil! Ihr seht aus wie aus einem Lifestyle-Magazin für modernes Reisen.“
Als die Sonne tiefer sank und den See in ein atemberaubendes Abendrot tauchte, breiteten Carla und Marlene ihre Strandmatte aus und genossen frisches Holzofenbrot, Weintrauben und kühle Limonade.
Die Räder standen friedlich nebeneinander im warmen Abendlicht – ein leuchtend grüner und ein violetter Botschafter moderner Mobilität.
„Weißt du, was das Beste an unserer heutigen i:SY Mission war?“, fragte Carla, während sie die letzten Krümel von ihrer Schiebermütze klopfte.
„Dass wir eigentlich gar niemanden überzeugen wollten?“, schmunzelte Marlene.
„Genau. Gute Dinge muss man nicht anpreisen wie Sauerbier. Man muss sie einfach nur mit Freude leben. Wenn Technik so gut durchdacht ist, dass sie den Alltag leicht macht, steckt die Begeisterung ganz von alleine an.“
Marlene prostete ihr mit dem Limonadenglas zu. „Auf die Leichtigkeit des Seins. Und auf die nächsten zweihundert Kilometer puren Fahrspaß!“
Mit dem Einsetzen der Dämmerung schalteten sie die kraftvollen Scheinwerfer ihrer Kompakträder ein. Lautlos, wendig und mit einem breiten Lächeln rollten die beiden Frauen über den Uferweg in die Nacht hinaus – zwei moderne Botschafterinnen, die bewiesen hatten, dass wahre Größe nicht in Zoll gemessen wird, sondern in Lebensfreude.